Infos über den Tango...

Tango ist der Oberbegriff eines Kulturgutes, das in den beiden Städten Buenos Aires und Montevideo (Rio de la Plata/Südamerika) im Zuge einer großen Einwanderungswelle zwischen 1860 und 1910 entstanden ist. Er umfasst die Bereiche Musik, Gesang, Tanz und Lyrik. Tango gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Musik und Tanz
Der Tango Argentino bezeichnet eine Musik- und Tanzrichtung, die sich durch eine Mischung verschiedener Kulturen sowie den Lebensbedingungen der Einwanderer entwickelt hat. Einflüsse gab es aus Europa (Marsch, Walzer), Lateinamerika (Habanera) und Afrika (Milonga, Candombe).

Man unterscheidet drei Hauptstilrichtungen:
- den Tango im 4/4-Takt, 2/4-Takt oder 4/8-Takt (langsam/schnell, rhythmisch/melodisch),
- die Milonga im 2/4-Takt (schneller, fröhlicher Rhythmus) und
- den Tango-Vals im 3/4-Takt (Walzer für beschwingten Tanzrhythmus)

Um 1920 wurde der Tango weltweit bekannt. Insbesondere in den großen Hauptstädten Europas wurde Tangomusik gespielt und dazu getanzt. Ein Tango-Orchester (Sexteto Tipico) bestand meist aus einem Piano, einem Kontrabass, zwei Violinen und zwei Bandoneons. Ganz typisch für die Tangomusik ist das Bandoneon (entwickelt in Deutschland!).

Das goldene Zeitalter des Tangos war zwischen 1930 und 1955. Zahlreiche Orchester wurden in Buenos Aires gegründet. Es wurde komponiert, geprobt und aufgetreten. Die bekanntesten Orchester aus dieser Zeit sind: Carlos di Sarli, Anibal Troilo, Juan d'Arienzo, Osvaldo Fresedo, Osvaldo Pugliese, Rodolfo Biagi, Francisco Canaro, Enrique Rodriguez etc.

Die Orchester gingen damals auch ins Studio um ihre Musik aufzuzeichnen. Trotz der mitunter nicht so guten Aufnahmequalität wird diese Musik heute weltweit auf Milonga's (neben der Tangotanzstilrichtung auch der Name für die Tangotanzveranstaltung!) gespielt. Das Radio war bereits erfunden, der Tango verbreitete sich damit landesweit.

Tanz
Der argentinische Tango wird Arm in Arm getanzt. Die Umarmung kann variieren von offen (Führender und Folgende mit Abstand zueinander) bis hin zu geschlossen (Oberkörper haben Kontakt). Dazwischen gibt es alle Möglichkeiten (auch während eines Tanzes kann zwischen geschlossener und offener Tanzhaltung gewechselt werden). Eine geschlossene Umarmung wird üblicherweise mit dem traditionellen Tangostil verbunden, während die offene Tanzhaltung viel Raum und Möglichkeiten für Figuren und Ausschmückungen des Tango Nuevo (neue moderne Form des Tangos) bietet.

Das wesentliche am argentinischen Tango ist das Gehen mit dem Partner zur Musik. Die Interpretation der Musik, die Geschwindigkeit sowie der Rhythmus eines Tangos sind wichtige Elemente des Tanzes. Ein guter Tänzer macht die Musik "sichtbar". Die Tänzer belassen die Füße am Boden, wenn sie sich bewegen. Komplexe Tanzfiguren werden dabei nicht ausgeführt. Dies bleibt den Showtänzern vorbehalten, die mit teilweise komplexen Hebe- und Sprungelementen beeindrucken wollen. Der Tango Argentino lebt von der Improvisation, trotzdem gibt es bestimmte Schrittfolgen und Bewegungen, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben. Dennoch existiert beim argentinischen Tango kein Grundschritt. Die beiden Tanzrollen "Führen" und "Folgen" sind dabei sehr ausgeprägt, wobei in erster Linie mit Körperspannung und Energie geführt wird (nicht mit den Armen!).

Der Tango Argentino wird entgegen dem Uhrzeigersinn um die Tanzfläche getanzt, die Tanzpaare bilden dabei Reihen (Ronda's). Ein Durchkreuzen der Tanzmittelfläche sollte nicht stattfinden. Man kann aber die Rotation um die Tanzfläche für einen Moment stoppen, um stationäre Tanzschritte zu tanzen - allerdings nur solange, wie die anderen Tänzer nicht unnötig behindert werden. Der argentinische Tango verlangt somit Rücksichtnahme und Weitsicht auch gegenüber den mittanzenden Paaren.

Während des Tanzes bestimmt weitgehend der Führende, welche Schritte bzw. Schrittkombinationen und welches Tempo getanzt wird (dies natürlich in Harmonie mit der Musik). Die Folgende sollte diese Führung akzeptieren und sich bemühen, die Körperimpulse des Partners so anzunehmen und darauf zu reagieren, dass ein kontinuierlicher Tanzfluss entsteht.

Im Idealfall entwickelt sich so ein Dialog zwischen den Tanzpartnern. Damit dieser Dialog gelingt, ist es erforderlich, dass die Partner eine gute Körperhaltung und einen guten Körperkontakt haben und im Tanz auch halten. Denn nur dann können die Bewegungs- und Tanzimpulse richtig übertragen werden. Keinesfalls sollte dies über die alleinige Bewegung der Arme und Hände geschehen, sondern mit dem gesamten Oberkörper. Dazu ist notwendig, dass die Partner oft etwas aufeinander zugeneigt stehen bzw. tanzen. Nicht so erheblich ist, wie "eng" die Partner miteinander tanzen, unerheblich somit, ob etwa die Köpfe aneinander gelehnt werden oder aber ein Kontakt über den ganzen Oberkörper erfolgt. Wichtig ist allein, dass das Tangopaar stets unmittelbar mit den Oberkörpern voreinander bleibt. Nur so können die Tanzenden sicherstellen, dass die Übertragung der Impulse ohne gegenseitige Missverständnisse erfolgt und auch, dass sich das Paar bei schwierigen Schrittfolgen, etwa bei Drehungen, nicht verliert und "in der Achse bleibt".

Das Beachten und Einhalten der Tanzachse ist eine sehr wichtige Regel. Jeder der Tanzenden für sich selbst, aber auch das Paar als Einheit hat eine eigene Tanzachse, die nicht verloren gehen darf.

Standardmäßig sind die Tanzrollen so verteilt: der Mann führt / die Frau folgt. Alle anderen möglichen Kombinationen gibt es natürlich auch.

Tangotanzabende (Milongas):
In traditionellen Milongas wird die Musik in Tandas gespielt. Dies bedeutet, dass nach 3-4 Tangostücken eine Zwischenmusik (Cortina) für ca. 1 Minute aufgelegt wird. Alle Tänzer verlassen dabei die Tanzfläche und gehen zu ihrem Platz oder positionieren sich um die Tanzfläche in Bereitschaft für die nächste Tanda.
Sobald der erste Tango der neuen Tanda erklingt erfolgt das Auffordern eines neuen Tanzpartners über Mirada und Cabaceo (Blickkontakt aufnehmen − Zustimmung durch Kopfnicken einfordern − Zustimmung signalisieren − Auffordern − Tanzen).

Aktuelle Situation
Seit der Jahrtausendwende hat sich in Europa eine ausgeprägte Kultur des sozialen Tangos entwickelt, der ohne aufwändige Shows und Livemusik auskommt und insbesondere die weiter fortgeschrittenen Tänzer und Tänzerinnen anzieht. Die wichtigsten Personen auf diesen Events sind Tango-DJs von überregionaler oder internationaler Reputation, sowie die Veranstalter/innen, die mit einer bestimmten Philosophie den Events einen sehr persönlichen Rahmen geben. Die Kommunikation und Werbung findet dabei fast aus- schließlich im Internet statt, sei es über eigens angelegte Webseiten und/oder Facebook. Neben den lokalen oder regionalen Milongas, haben sich mit Tangomarathons und Encuentros/Festivalitos zwei typische Veranstaltungsformen herausgebildet, die internationales Publikum anziehen. Damit ist der Tango hervorragend geeignet weltweite Kontakte zu knüpfen und völkerverbindend zu wirken.

Tango in der Region
In der Region SarLorLux haben sich in Saarbrücken, Kaiserslautern, Trier, Metz, Nancy und Luxemburg eigene Tangoszenen entwickelt. In jeder dieser Städte gibt es Tangolehrer, die Kurse und Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene anbieten. Es werden auch Praktika angeboten, die dazu dienen das Gelernte unter Anleitung intensiv zu üben. Auf Milongas, die auch in allen Städten angeboten werden, kann dann getanzt werden. Auf der Internetseite www.tango-trier.de/eventsregion.htmgibt es eine Übersicht über die meisten Tangotanzveranstaltungen in unserer Region.

Melina Sedo und Detlef Engel aus Saarbrücken sind professionelle Tangolehrer.
Sie unterrichten seit 2001 Tango in Europa und den USA (seit 2019 auch in Saarbrücken!).

Ihre Philosophie ist: "Gehen in enger Umarmung in Harmonie mit der Musik"

Weitere Informationen dazu unter: www.tangodesalon.de
Hier geht es direkt zum Unterricht: www.tangodesalon.de/classes-saarbruecken

Eine Kurzinfo zum Tango von:
Armin Backes / www.dos-miradas.com / tango.tanzen@email.de / Juli 2019